Mehr Ausgeglichenheit - So meistern Sie den Druck im Job

Als moderne Nomaden sind wir permanent in Bewegung. Kollegen, Chefs, Kunden – alle wollen etwas von uns. Zu Hause geht es mit Partnern, Kindern, Freunden und anderen gleich weiter. Burn-Out ist zwar populär, aber keine wirklich gute Lösung. Diese fünf Tipps helfen Ihnen im Alltag weiter.

Fieber ist ein Symptom. Irgendein Krankheitszustand verursacht es. Andererseits macht uns ein künstliches Fieber (etwa durch einen Saunagang) nicht unbedingt krank. Umgekehrt macht uns eine künstliche Fieber-Senkung (Eiswasser-Bad) nicht unbedingt gesund. Und so ist es auch mit der Ruhe im Alltag. Wir wollen schnelle Lösungen. Jedoch hilft es uns nicht, wenn wir an den Symptomen rumdoktern. Packen Sie stattdessen die Ursachen an.

1. PAUSEN MACHEN

Marathon-Läufer, Autos und Tiere brauchen sie: die Pause. Vergessen Sie den Zustand „Nur wer permanent auf Hochtouren läuft, ist gut“. Der Marathon-Läufer macht spätestens nach 42,195 Kilometern eine Pause. Das Auto macht zumindest dann eine Pause, wenn der Fahrer auf Toilette muss oder der Tank leer ist. Selbst der Gepard, das schnellste Tier der Welt, muss nach erfolgreicher Jagd eine Pause machen, weil er schlicht zu müde zum Fressen ist.

Belastung und Druck machen nicht krank oder unglücklich. Es sind die fehlenden Erholungen, die uns angreifen.

Machen Sie also regelmäßig Pausen. Regelmäßig heißt täglich. Nicht wöchentlich oder monatlich. Ideen für die tägliche Pause: Achten Sie beim Mittagessen auf Ihr Essen – und lenken Sie sich nicht durch Gespräche oder Handy ab. Gönnen Sie sich nach einem wichtigen Termin eine Pause. Gehen Sie spazieren oder lassen Sie Ihre Gedanken frei schweifen (Tagträumen). Seien Sie kreativ und gönnen Sie sich nach Anspannung auch eine Phase der Entspannung.

2. OFFLINE SEIN

Viele greifen morgens gleich nach dem Aufwachen zum Handy. Das Gehirn ist noch nicht richtig wach, da werden bereits alle Kanäle gecheckt: eMails, SMS, WhatsApp, Facebook, Twitter, ... Tagsüber piept und blinkt es fröhlich weiter. Und wir reagieren schneller auf das Handy als mancher Hund auf ein Leckerli. Wir sind Informations-Junkies. Und schnell fallen wir unseren digitalen Begleitern zum Opfer – oft ohne, dass wir es bewusst merken.

Woran liegt das? Haben wir verlernt, die Zeit, die wir allein mit uns haben, auszuhalten? Brauchen wir mehr Anerkennung, die wir uns auf digitalem Weg holen? Geht es uns besser, wenn wir das Gefühl haben, jemand denkt an uns, indem wir eine eMail in CC bekommen?

Suchen Sie sich Ihre Offline-Zeiten. Schalten Sie Ihr Mobiltelefon aus: beim Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Im Termin mit Kunden, Kollegen oder Chefs machen Sie eine Wette: Wer als erstes in sein Smartphone schaut, muss die Kollegen zum Essen einladen.

Gehen Sie nicht ans Telefon, um zu sagen, dass Sie gerade keine Zeit haben. Das merkt der Anrufer schon, indem Sie einfach nicht rangehen. Vielleicht machen Sie Ihren Sonntag sogar zu einem vollständigen Offline-Tag. Nur Mut! Es gibt in der „realen“ Welt viel zu entdecken.

3. ERNÄHRUNG BEACHTEN

Angenommen Sie besitzen ein Rennpferd. Womit würden Sie es füttern? Mit Pizza, Gyros oder Currywurst? Wohl kaum. Wie oft landen jedoch diese Dinge auf unserem Teller? Suppen-Koma und Fettpolster sind meist die Folge.

Achten Sie darauf, was Sie essen. Schließlich betanken Sie Ihr Auto ja auch nicht mit irgendeinem Fusel, sondern achten auf Qualitäts-Treibstoff. Es soll ja auch Menschen geben, die ihre Haustiere gesünder ernähren als sich selbst.

Wenn Sie es richtig ernst meinen, machen Sie beim Arzt eine Stoffwechsel-Analyse. Dann sehen Sie, was Sie gut vertragen und wogegen Sie allergisch sind. Außerdem erhalten Sie Empfehlungen, welche Nahrungsmittel gut zu Ihrem Stoffwechsel-Typ passen. Dann können Sie sich jeden Tag satt essen und nehmen trotzdem ab. Wenn Sie das nicht glauben, haben wir etwas gemeinsam. Ich habe es irgendwann einfach mal ausprobiert - und wurde eines besseren belehrt.

4. SPORT TREIBEN

Wir können manche Dinge nicht mit dem Kopf lösen. Die Lösung liegt – im Fall von Druck und Stress – unterhalb unseres Halses.

Der ganze Druck im Alltag hat Auswirkungen: Der Stresshormon-Pegel in unserem Blut steigt. Da nutzt es nichts, darüber nachzudenken. Machen Sie stattdessen lieber Sport. Jeden Tag 30 Minuten reichen vollkommen. Gehen Sie Joggen. Oder machen Sie ein paar Liegestütz und Kniebeugen. Es gibt viele Sportarten, die wenig Anspruch an Zeit, Ort und Equipment haben.

Falls es gute Gründe gibt, warum Ihnen Sport nicht möglich sein soll, dann nennen Sie es einfach Bewegung. Benutzen Sie die Treppe statt den Aufzug oder die Rolltreppe. Gehen Sie nach dem Job eine Runde ums Büro spazieren, bevor Sie ins Auto steigen und nach Hause fahren.

5. RITUALE ENTWICKELN

Familie ist ein gutes Stichwort. Die Menschen, die uns am wichtigsten sind, betrachten wir gerne auch als am selbstverständlichsten. Wir investieren viel Zeit, Geld, Geduld und Aufmerksamkeit in Noch-Nicht-Kunden. Und für unsere Lieben zu Hause reicht dann schnell die Kraft nicht mehr. Mit gefülltem Hormontopf geht es nach Hause. Da reicht ein „falsches“ Wort und schon explodieren wir.

Schalten Sie auf dem Weg nach Hause im Kopf um. Am besten klappt das mit einem Ritual. Dann merkt sich unser Gehirn den Effekt besser.

Beispiele für Rituale: Hören Sie im Auto Ihre Lieblingsmusik und singen Sie laut mit. Wenn der Nachbar an der Ampel blöd guckt, ist er nur neidisch, dass Sie so gute Laune haben. Oder gehen Sie abends eine Runde um den Block, bevor Sie nach Hause gehen. Oder vereinbaren Sie mit Ihrer Familie, dass Sie erst unter die Dusche springen, bevor Sie für Ihre Lieben da sind. Seien Sie kreativ und finden Sie Ihr Ritual, mit dem Sie vom Beruf -Modus in den Privat-Modus umschalten. Denn zu Hause werden Sie nicht für die tollen Ergebnisse geliebt. Sondern dafür, dass Sie Mensch sind.

FAZIT

Manchmal leben wir in einem Umfeld, in dem der Druck künstlich entsteht. Absurde Verhaltensweisen von Chefs, Kollegen oder Kunden, Erwartungsdruck oder ungeschriebene Gesetze. Wenn man nicht mitspielt, fliegt man irgendwann aus dem Spiel. Wir haben also zwei Möglichkeiten: mitspielen oder ein anderes Umfeld suchen.

Wenn wir uns kein anderes Umfeld suchen wollen, entscheiden wir uns dafür, das Spiel mitzuspielen. Dann können wir zumindest dafür sorgen, dass wir dem Druck ausreichend Ausgleichsmöglichkeiten geben. Tun Sie sich und Ihren Lieben den Gefallen. Denn Sie haben nur das eine Leben.