Motivation im Job - Das Feuer am Brennen halten

Es hilft auch im Berufsleben nichts, mit dem Finger auf die äußeren Umstände zu zeigen. Viel schlauer ist es, das eigene Feuer am Brennen zu halten. Dazu brauchen Sie niemand anderen. Denn Sie können das selbst am besten.

Führungskräfte und Chefs werden für Ergebnisse bezahlt. Dazu brauchen sie Teams, die auf gemeinsame Ziele hinarbeiten. Doch nicht immer sind alle Kollegen motiviert. Dafür gibt es viele Gründe. Die Lösungen sind jedoch zu oft einseitig. Denn sie zielen auf die „Compliance“ (= Fügsamkeit / Konformität) der Mitarbeiter ab.

Compliance sorgt zwar für eine Menge (Kontroll-)Aufwand, jedoch ist es eine vermeintlich leichte Lösung. Denn sie ist bequem. Es werden einfach Regeln eingeführt. Die Mitarbeiter müssen sich daran halten und werden entsprechend kontrolliert. Das schießt jedoch am eigentlichen Ziel vorbei. Denn durch Zwang (= Compliance) erreichen Chefs nicht das bei ihren Mitarbeitern, was sie eigentlich wollen: nämlich Commitment (= Engagement).

Engagement ist das, was wir eigentlich gerne erleben möchten. Engagement bedeutet, dass wir uns einsetzen für eine Sache. Dass wir selber mitdenken. Dass wir über den Tellerrand hinaus blicken und nach Lösungen suchen - anstatt über Probleme zu diskutieren. Dass wir Energie haben und nach außen versprühen. Dass wir uns auf unseren Job freuen — weil wir einen Sinn darin sehen.

Kürzlich las ich ein Zitat, dessen Autor nicht näher genannt war: „Alkoholist wie die Liebe. Der erste Kussist berauschend; der zweite vertraut; der dritte Routine . Danach zieht man das Mädchen bloß noch aus.“

Hohe Scheidungsquoten und die Zahl der Single-Haushalte sind Zeichen dafür, dass an dem Spruch wohl etwas Wahres dran ist. Doch ist das wirklich der vorgegebene Weg? Ich denke nicht. Vielmehr liegt es an einem selbst, was man aus der eigenen Situation macht. Ob es nun um Alkohol, Liebeoder das Engagement am Arbeitsplatz geht — wir haben immer die Chance, eine Entscheidung zu treffen. Das unterscheidet uns schließlich vom Tier.

Man kann hier natürlich anderer Meinung sein: „Die Situation ist, wie sie ist. Ich habe keinen Einfluss darauf.“ Mit so einer Einstellung ist der Boden für Burnoutund Demotivation bestens bereitet. Denn wenn wir keine Chance sehen, unseren Zustand selber zu beeinflussen, dann gibt es ja auch keinen Grund mehr, sich anzustrengen. Kein Horizont - kein Sinn - kein Engagement.

DAS FEUER AM BRENNEN HALTEN

Doch was kann ich tun, um das Feuer am Brennen zu halten? Für ein Feuer brauche ich drei Zutaten: Brennstoff, Sauerstoff und Hitze. Ich mache Ihnen das mal an einem Beispiel fest, wie ich selber mein Feuer am Brennen halte.

Brennstoff: Mein Brennstoff ist mein Wissen. Es motiviert mich, neue Inhalte und Konzepte zu entwickeln. Rund zwei Drittel meines heutigen Angebots existierten vor zwei Jahren noch gar nicht. Was ist Ihr Brennstoff? Sind es fachliche Weiterbildungen, wenn Sie Experte in einem Themengebiet sind? Oder wollen Sie gar ein neues Themengebiet für sich erschließen? In fünf Jahren gibt es unzählige neue Jobs, die wir heute noch gar nicht kennen. Es ist also hilfreich, für neuen Brennstoff zu sorgen, damit wir attraktiv bleiben - für neue Kunden oder potenzielle Arbeitgeber.

Sauerstoff: Mein Sauerstoff sind Menschen, die sich für die Themen Einfluss, Macht und Wirkung interessieren. Menschen, die besser werden wollen in Führung und Verkauf. Menschen, die unsere Kunden werden wollen, weil wir Ihnen einen Nutzen stiften. Denn was nutzt der beste Brennstoff, wenn Sie keinen Sauerstoff haben? Was ist Ihr Sauerstoff? Sind es potenzielle Kunden? Kollegen aus anderen Abteilungen? Potenzielle Arbeitgeber? Netzwerk-Partner, …? Seien Sie nicht nur interessant für andere, sondern interessieren Sie sich auch für Ihren Sauerstoff.

Hitze: Um das Feuer zu entfachen brauche ich Passion. Passion für das, was ich tue. Passion, für die Inhalte, Werte und Wirkung, die mit meiner Arbeit in Zusammenhang stehen. Ohne Passion, keine Glut. Wenn Sie nicht für das brennen, was sie tun — wie wollen Sie dann andere für Ihr Thema begeistern? Lieben Sie das, was Sie tun? Wenn nicht, was können Sie ändern, um Ihre Begeisterung zu steigern? Wenn Sie auf diese Frage keine erfüllende Antwort finden, suchen Sie nach einem neuen Aufgabengebiet: orientieren Sie sich zu anderen Inhalten oder bewerben Sie sich bei einem anderen Arbeitgeber.

OPFER-MENTALITÄT ODER SELBSTVERANTWORTUNG

Es gibt zwei Typen von Menschen. Die einen fühlen sich durch das zuvor Beschriebene angesprochen und merken ihre Motivation aufglühen. Sie wollen loslegen und ihr Leben weiter proaktiv gestalten. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, wissen Sie, was Selbstverantwortung bedeutet. Sie haben in jeder Situation die Wahl, wie Sie reagieren und entscheiden. Wahrscheinlich hören Sie an dieser Stelle bereits auf zu lesen und kümmern sich bereits wieder darum, Ihre Träume in die Realität umzusetzen.

Die anderen kommen mit Ausreden: „Bei mir ist das ganz anders“ oder „Die Berater / Trainer / Freunde / Familienangehörige / … haben gut reden. Wenn die in meiner Lage wären, wüssten sie, dass es nicht zu ändern ist.“ Herzlich Willkommen in der Opfer-Rolle. Ob Ihnen das gefällt oder nicht — denken Sie daran: diese Gedanken sind nicht mehr als ein Standpunkt. Diesen Standpunkt haben Sie gerade gewählt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie Ihren Standpunkt nicht mehr verlassen können.

Im Gegenteil: Sie haben die Wahl. Immer! Sie entscheiden, welchen Standpunkt Sie einnehmen. „Wer etwas will, findet Wege!“ ist mein Leitspruch. Er hat mich oft inspiriert und mir auch in schwierigen Zeiten Kraft gegeben. Es ist Ihr Leben. Und wahrscheinlich haben Sie nur das Eine. Machen Sie etwas daraus!