Jammern hilft nicht - treffen Sie Entscheidungen!

Ob etablierter Boss oder Nachwuchs-Führungskraft - Mitarbeiter wollen entscheidungsstarke Chefs. Selbstverständlich will auch jeder ein guter Chef sein. In der Praxis sieht es jedoch oft anders aus. Woran liegt das - und was können Führungskräfte dafür tun?

Es ist die Urkraft von allem, was entsteht oder gestaltet wird: ob neue Geschäftsfelder, neue Produkte, neue Werbekampagnen, die neue Sixpack-Strandfigur oder die neue Handtasche. Egal, welche Richtung Sie in Ihrem Leben einschlagen: Am Anfang steht immer eine Entscheidung.

In vielen Situationen beklagen sich Menschen darüber, dass dies oder jenes nicht gut sei. Sie schimpfen, meckern und beschuldigen - aber treffen keine Entscheidung. Stattdessen erklären sie, dass die Umstände dies so erfordern, die anderen Schuld sind oder sie keine Wahl haben. Wir nennen das „Stories“ (Geschichten). Doch wozu führen diese Stories? Jemand der sich beschwert und nichts verändert, bohrt sich immer tiefer in eine Opferrolle. Das nagt am Selbstbewusstsein und trägt zu schlechter Laune bei.

Dahinter steckt meistens eine Art von Angst. Die Angst, nicht genug zu sein. Die Angst, nicht geliebt zu werden. Die Angst, vor Zurückweisung. Die Stories dienen dann nur dazu, das Dilemma nicht so schlimm aussehen zu lassen. Schließlich „kann man ja nicht anders“.

Wir treffen die Entscheidung - nicht andere

Doch wir haben immer die Wahl. Wir können immer eine Entscheidung treffen. Und jede Entscheidung hat einen Preis (= Konsequenz). Wenn sich jemand entscheidet, mit dem Rauchen aufzuhören, steht er eben nicht mehr mit anderen Rauchern vor dem Restaurant und lernt neue Leute kennen. Wenn sich jemand entscheidet, seine Meinung gegenüber dem Chef zu sagen, verdient er Respekt und bekommt vielleicht eine Beförderung, so dass er noch mehr Verantwortung zu tragen hat. Wenn sich jemand entscheidet, im Sommer eine Strandfigur zu haben, dann bedeutet das fünfmal die Woche Sport, Ernährungsumstellung und viel Trinken; nur eben nicht Wein, Bier& Co. - sondern Wasser.

Es mag sein, dass wir nicht bereit sind, den Preis für die Entscheidung zu zahlen. Doch die Wahl haben wir immer.

Warum tun wir uns dann oft so schwer mit Entscheidungen? Dazu ist es hilfreich, sich zwei Phänomene bewusst zu machen.

1. Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, ist wie ein Muskel: Wir müssen ihn trainieren, damit er stark wird

Üben Sie also, Entscheidungen zu treffen. Es geht nicht darum, die perfekte Entscheidung zu finden. Viel wichtiger ist, dass Sie sich überhaupt entscheiden können. Bremse und Gas gleichzeitig ist beim Autofahren nicht hilfreich. Genauso wenig hilft es Ihnen und Ihrer Karriere, wenn Sie vorwärts wollen und gleichzeitig zögern. Je mehr Entscheidungen Sie treffen, desto häufiger sind darunter auch mal nicht so gute Treffer. Das sind dann die Momente, in denen Sie aus Fehlern lernen können, um in Zukunft bessere Entscheidungen treffen zu können.

Also, trainieren Sie. machen Sie sich jedes Mal bewusst, wenn Sie eine Entscheidung getroffen haben. EntscheidenSie sich für einen anderen Tisch im Restaurant. EntscheidenSie sich, heute pünktlich aus dem Büro zu verschwinden. EntscheidenSie sich am Wochenende bewusst für Ihre Familie und gegen den Arbeitsberg in der Aktentasche.

2. Wenn wir uns für etwas entscheiden, beginnen wir meist mit Euphorie - und landen dann im Tal der Tränen

Wir treffen unsere Entscheidungen meistens besten Gewissens. Mit Elan gehen wir dann die nächsten Schritte. Die neue Vertriebsstrategie ist zum Beispiel abgesegnet und wir legen uns im Vertrieb ins Zeug. Die Kunden springen jedoch nicht so begeistert darauf an und vermeintliche Zusagen führen doch nicht zur gewünschten Unterschrift. Schon landen wir im Tal der Tränen. Und was passiert hier? Die meisten Menschen geben auf.

Das kennen Sie von Fitness-Studios, die nach Weihnachten überrannt werden und ab März viele neue zahlende (und nicht trainierende) Mitglieder haben. Oder von Versicherungskunden, die langfristige Sparverträge abschließen und nach fünf Jahren den Vertrag vorzeitig auflösen: ohne Rendite, dafür mit hohen Kosten. Oder von gekauften Büchern, die nach Lektüre der Einleitung - trotz aller Vorsätze - im Regal verstauben.

Der einzige Weg aus dem Tal der Tränen hinaus heißt: Durchhalten. Weiter trainieren. Neue Techniken und Zugangswege ausprobieren. Genau beobachten, aus Fehlern lernen und den eigenen Ansatz permanent justieren. Irgendwann kommt der Durchbruch. Dazu müssen Sie am Ball bleiben.

Lassen Sie sich von alten Erfahrungen nicht blenden. Überlegen Sie sich, warum Sie die Entscheidung genau so treffen wollen. Was haben Sie davon? Was wollen Sie erreichen? In welche Richtung wollen Sie vorwärts kommen? So wird Ihre Entscheidung stark. Sie müssen dann nur noch in der Umsetzung konsequent bleiben.