Stress im Job - So bleiben Sie unter Druck souverän

Kritische Situationen wollen wir souverän meistern. In der Praxis kommt es jedoch meist anders: Adrenalin lässt den Puls steigen, die Atmung wird flach, die Gedankenkraft lässt nach. Dafür gibt es Lösungen.

Stress gehört zum Alltag. Und Stress führt zu automatischen Reaktionen, die nicht immer hilfreich sind. Solche Situationen haben wir alle bereits erlebt: Ein Gespräch mit einem dominanten Gesprächspartner steht an. Gut vorbereitet gehen wir in den Termin. Kaum sitzen wir am Tisch, verschlägt es uns Kopf und Sprache. Sobald der Termin vorbei ist und wir die Tür hinter uns schließen, fallen uns die Argumente schlagartig wieder ein. „Hätte ich doch mal...“ – doch jetzt ist es zu spät!

Die vier Stufen von Stress

Je nach Höhe des Stress-Pegels geraten wir in eine von vier Blockaden.

  • Stufe 1: Denkblockade.Unser Gehirn funktioniert nicht mehr einwandfrei. Schlagfertigkeit wird nun zum Fremdwort.
  • Stufe 2: Mangelnde Koordination. Vor lauter Anspannung verschütten wir den Kaffeeoder lassen die Unterlagen fallen.
  • Stufe 3: Verbal-Attacken.Statt höflicher und kultivierter Sprache findet Umgangssprache ihren Platz. Schön zu beobachten, wenn gestresste Menschen am Straßenverkehr teilnehmen.
  • Stufe 4: Zeitlupe.Alles ist zu langsam. Die Ampel bleibt zu lange rot. Die Aufzugtür schließt sich im Schneckentempo. Die Bedienung braucht Ewigkeiten, bis der Kaffee serviert wird. Faktisch hat sich nichts geändert. Nur unsere Wahrnehmung wurde eingetrübt.

Vermeiden von Eskalation

Die vier Stufen sind eine Art biologisches Gesetz. Was können wir tun, damit es erst gar nicht soweit kommt? Der beste Schutz vor Stress ist Sport. Jeden Tag eine halbe Stunde Bewegung wirkt wahre Wunder. Dadurch reduzieren Sie den Stress-Hormon-Pegel im Blut. Wenn es dann zu kritischen Situationen kommt, fällt es leichter, sich selbst zu kontrollieren.

Außerdem hilfreich: Meditation. Momente, in denen Sie einfach nur sind. Ohne etwas zu tun. Ohne an etwas zu denken. Ziellos sein. In welcher Form Sie das praktizieren, ist egal. Sie können ins Kloster zur Zen-Meditation fahren. Oder sie spazieren ziellos durch die Natur, genießen den Augenblick und nehmen wahr, was um Sie herum passiert.

Wenn es bereits kracht

Es gibt jedoch Momente, da ist keine Zeit für Sport oder Meditation. Sie sitzen im Konferenzraum. Schwierige Verhandlung. Die Stimmung ist gereizt. Sie merken, dass Ihr Hormonspiegel steigt und Sie kurz vor der Explosion stehen.

Nun unterscheiden wir uns als Mensch vom Tier. Denn als Mensch können wir entscheiden, wie wir uns verhalten. Sie müssen nicht explodieren. Unterbrechen Sie stattdessen das Meeting!

Stehen Sie auf. Schlagen Sie eine Pause vor. Gehen Sie mit allen Beteiligten eine Runde spazieren, um Bewegung in die verspannte Situation zu bringen. Oder entschuldigen Sie sich und gehen Sie auf die Toilette.

Was auch immer Ihnen Kreatives einfällt. Tun Sie es! Es ist auf jeden Fall souveräner, als einen emotionalen Vulkanausbruch vor der Gruppe zu präsentieren. Sollte Ihnen dennoch mal die Hutschnur reißen – entschuldigen Sie sich nicht. Machen Sie es einfach beim nächsten Mal besser!