Gegenwart machen

In zwei Dingen sind wir Menschen richtig gut:

  • beklagen oder beweihräuchern der Vergangenheit —

  • sowie das Träumen von der Zukunft.

Doch weder im Gestern noch im Morgen können wir etwas verändern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nur im Hier und Jetzt. Ich nenne das: Gegenwart machen!

Zum Glück bin ich auch nur ein Mensch. Denn ich tappe ebenfalls häufig in die Falle, gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft zu hängen.

Meine Frau ist für mich die beste Gegenwart-Macherin

Meine Frau ist für mich die beste Gegenwart-Macherin

Vor ein paar Wochen gingen meine Frau und ich mit unserem Hund spazieren.

Ich erzähle ihr von meinem Tag und was ich in meinen Projekten vorhabe. Plötzlich reißt sie mich aus diesem Kopfkino:

„Riech mal hier: die Rosen!“

Zack! Sie hat Gegenwart gemacht. Mich aus den abstrakten Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft ins Hier und Jetzt geholt.

Die Gegenwart ist der einzige Augenblick, in dem wir mit voller Kraft leben und wirken können.

Vergessen Sie Ihre schlauen Pläne

In den Unternehmen entwickeln die Top-Manager Strategien und Pläne für eine rosige Zukunft. Mal mehr, mal weniger ist den Damen und Herren „dort oben“ bewusst, dass die ersten bedrohlichen Gefahren darauf lauern, den gewohnten Erfolg der Vergangenheit zu gefährden. Es gibt also Handlungsbedarf!

Letztes Jahr moderierte ich ein Führungsteam aus einem großen Konzern. Eine Managerin klagte: „Derzeit wird unser Unternehmen umstrukturiert. In zwei Wochen sollen wir auf neuen Positionen arbeiten. Doch wir haben immer noch keine Ahnung, wo die Reise hingehen soll. Geschweige denn, was mit unseren Mitarbeitern passiert.“

„Das klingt nicht nach Klarheit,“ antworte ich ihr und will wissen: „Wer kann denn entscheiden, dass wir für mehr Klarheit bei Ihnen und in der Mannschaft sorgen?“

„Zuerst habe ich mit meinem Chef gesprochen. Der hat jedoch nur abgewinkt und gesagt: Keine Zeit! Mittlerweile war ich auch bei meinem Chef-Chef. Doch der ist ausgewichen, dass das alles kompliziert sei, die Pläne noch in den Lenkungsausschüssen abgestimmt werden und bla bla bla.“

Bei all dem Tüfteln an den schlauen Plänen vergessen wir schnell, dass wir es mit Menschen zu tun haben. Und Menschen sind emotionale Wesen, deren Stimmung biologischen Schwankungen unterliegt.

Wenn Menschen etwas mit Herzblut und Power auf den Weg bringen sollen, brauchen sie Klarheit. Und zwar im Hier und Jetzt. Ansonsten entstehen nur unnötige, emotionale Schwelbrände, die unglaublich viel Energie verschwenden. Und niemandem helfen — schon gar nicht Ihren Kunden.

So geht Gegenwart machen

Dabei ist es ganz einfach, wenn Sie Menschen führen wollen. Denn damit Sie erfolgreich Gegenwart machen, brauchen Sie nur drei Prinzipien beherzigen:

Am wichtigsten: Ihr Horizont.
Wo wollen Sie eigentlich hin?

Danach: Diagnose.
Wahrnehmen, was aktuell ist.

Und dann: Aufbruch!
Wahrmachen, was jetzt sein soll!

Um wahrzunehmen, was ist, hat es sich bewährt, wenn Sie so etwas wie Empathie drauf haben. Also sprechen Sie mit den Menschen Stellen Sie Fragen. Interessieren Sie sich. Hören Sie wirklich zu.

Ein echter Anführer zeigt Gesicht. Ist sichtbar. Steht Rede und Antwort. Besonders dann, wenn es turbulent zugeht. Und erst recht, wenn viel für die Beteiligten auf dem Spiel steht. Denken Sie daran: Sie führen keine Zahlen, sondern Menschen!

Mein Motto: Gegenwart machen! Für und mit den Menschen.

Mein Motto: Gegenwart machen! Für und mit den Menschen.

Und wenn Sie ein Bild der aktuellen Lage haben, wissen Sie auch, wo es klemmt und hakt. Jetzt heißt es: wahrmachen, was jetzt sein soll. Was ist ein konkreter Schritt, den Sie jetzt gehen können, um Ihrem Horizont ein Stück näher zu kommen? Was müssen Sie heute machen, um vorwärts zu kommen?

Das nenne ich: Gegenwart machen!

Horizont für alle Lebensbereiche

Diese Grundhaltung gilt übrigens für alle Lebensbereiche.

Was ist Ihr Thema am Horizont, das Sie gerne anpacken wollen?

In meinem Horizont stehen viele Fixsterne und Wegmarken. Eines davon: Buch über Führung schreiben. Im Jahr 2019 habe ich mich entschieden, aus diesem Wunsch Wirklichkeit zu machen. Also ist meine Richtung für dieses Jahr klar. Neben meinem Tagesgeschäft ist dieses Thema das einzige, was ich an großer Veränderung auf den Weg bringe. Denn ich will mich nicht verzetteln, sondern erfolgreich sein.

Und so sehe ich nun zu, dass ich jeden Tag Gegenwart mache. Heißt: einen Schritt gehen, um das Buch ein bisschen mehr Realität werden zu lassen.

Manchmal ist der Schritt nur eine gute Geschichte, die ich in einem Projekt aufschnappe. Manchmal ist es eine Grobgliederung für ein Kapitel. Und dann gibt es zum Glück auch die Tage, an denen ich schreibe und gefühlt „richtig“ Strecke mache.

Und dann geschieht das Wunder. Wenn Sie Ihren Horizont kennen und täglich Gegenwart in diese Richtung machen, dann kommen Sie irgendwann auch an.

Aufbruch: laufen Sie los!

Vergessen Sie also Ihre ausgeklügelten Pläne und schön designten Präsentationen.

Und hören Sie vor allen Dingen auf, sich selbst und andere mit faulen Ausreden anzulügen: „Das mache ich morgen. Oder: wenn das Projekt fertig ist, wenn die Kinder größer sind, wenn ich in Rente gehe.“ Verschieben Sie Ihre wichtigen Themen nicht auf Morgen! Denn Sie wissen doch gar nicht, ob Sie dort überhaupt ankommen.

Seien Sie auch nicht zu anspruchsvoll. Sammeln Sie gerne alles, was alles in Ihren Horizont gehört. Machen Sie Ihren Horizont bunt, vielfältig. Produzieren Sie Wünsche, Träume, Vorhaben im Überfluss. Und dann entscheiden Sie sich für nur ein Reiseziel, das Sie jetzt konkret in den Fokus nehmen. Die anderen sind ja nicht weg. Sie warten in Ihrem Horizont darauf, dass Sie sie später in Angriff nehmen - oder auch nicht. Das müssen Sie heute zum Glück nicht entscheiden.

Entscheiden müssen Sie jetzt nur, wie es mit diesem einen Reiseziel weitergeht:

Nehmen Sie jetzt wahr, was aktuell ist.

Und machen Sie dann wahr, was heute sein soll!

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Gegenwart machen!


Dies ist ein Video aus meiner Serie #CappuccinoFriday. Weitere Videos finden Sie auf meinem YouTube-Kanal.

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