HOLZERS HORIZONTE
Das Geheimnis erfolgreicher Beziehungen
Wer die rosarote Brille abnimmt, erkennt früher oder später, dass der Partner vielleicht doch nicht so perfekt ist. Zeit für einen Schlussstrich? Für mich nicht!
Wer die rosarote Brille abnimmt, erkennt früher oder später, dass der Partner vielleicht doch nicht so perfekt ist und man in einigen, vielleicht sogar sehr wichtigen Punkten unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen hat.
Zeit für einen Schlussstrich? Für mich nicht! Warum? Das lesen Sie hier.
Klartext kann man nicht in Watte verpacken
Überall zeigt sich das gleiche Symptom: der Gemocht-Werden-Wollen-Virus. Ich bin jedoch der Meinung, dass man Klartext nicht in Watte verpacken kann. Denn ...
Keine Zeit zum Lesen? Dann einfach im Podcast hören:
Egal ob auf Facebook, beim Mittagstisch mit Kollegen oder im Meeting mit dem Chef – überall zeigt sich das gleiche Symptom: der Gemocht-Werden-Wollen-Virus.
Dieser mentale Virus ist gefährlich, denn er verhindert, dass das gesagt wird, was notwendig ist. Direkte sachliche Ansagen? Fehlanzeige. Konstruktive ehrliche Gespräche? Pustekuchen. Stattdessen wird der Klartext in kleine, unbedrohliche Wort-Wattebäusche verpackt. Sie tun garantiert nicht weh, doch bewirken tun sie leider auch nichts.
Meinung verschluckt?
Ich hatte beispielsweise solch einen Fall mit dem Vorstand eines börsennotierten Unternehmens. Es ging um die Umsetzungsbegleitung einer neuen unternehmerischen Strategie. In vielen Punkten waren wir uns bereits einig und einer Zusammenarbeit stand nichts mehr im Weg. Doch eine Voraussetzung wollte ich vorher noch klären. Deswegen fragte ich: „Damit wir die gewünschte Kulturveränderung erfolgreich umsetzen, werden wir auch heikle Themen offen und direkt ansprechen müssen. Sind Sie offen für eine solch offene Streitkultur?“ Für mich zwar nicht immer eine angenehme, aber dennoch eine selbstverständliche Normalität. Für mein Gegenüber jedoch nicht: „Grundsätzlich bin ich dafür. Aber nur, wenn das alles in einem loyalen Kontext stattfindet.“ Für mich war mit diesem Satz die Sache erledigt, denn offene Streitkultur funktioniert nur offen, und nicht unter Voraussetzungen und Filterungen.
Weichgespültes Verhalten begegnet mir jedoch nicht nur im Büro. Denken Sie an ein Restaurant. Der Kellner fragt: „Hat es Ihnen geschmeckt?“. Wie oft kommt jetzt ein „Ja“ , obwohl ein „Nein“ der Wahrheit entspräche. Oder in der Schule beim Elternabend. Die Eltern stehen unter sich und lästern über den Lehrer. Als dieser den Raum betritt, herrscht Schweigen. Am Ende der Veranstaltung fragt er: „Gibt es noch Fragen?“ – und keiner traut sich, den Mund aufzumachen. Stattdessen freundliches Lächeln ...
Die vergessene Sehnsucht
Dabei haben Menschen eine innere Sehnsucht nach klaren Worten. Mein meistgebuchter Vortrag ist „Heikle Botschaften – unter Druck souverän bleiben“. Nachvollziehbar, denn jeder weiß, heikle Botschaften sind Teil des Lebens, ob Sie wollen oder nicht. Das liegt an einem einfachen Kreislauf: Veränderungen führen zu Problemen. Diese müssen gelöst werden. Und die entstandenen Lösungen führen wiederum zu Veränderungen – und diese zu neuen Problemen. Es ist ein nicht aufzulösender Kreislauf. Im Gegenteil: Er dreht sich immer intensiver, da die Veränderungen nicht nur schneller und häufiger geschehen, sondern auch immer schärfer werden. Entsprechend nimmt die Zahl und Intensität der Probleme zu. Folge: Heikle Botschaften sind unvermeidlich.
Ja, aber sprechen wir solche Botschaften nicht schon an? Klar, auf Twitter, Facebook, YouTube und Co. reißt jeder in der Anonymität den Mund auf. Doch im Gespräch face to face bleibt er geschlossen. Es ist schon irgendwie merkwürdig, denn wir kommunizieren immer mehr, doch eine wirkliche Streitkultur und Meinungsfreiheit herrscht dadurch noch lange nicht. Viel zu oft sorgen dominante Macht-Typen dafür, dass ihr Umfeld „politisch korrekt“ mit ihnen spricht und der notwendige Klartext fehlt. Wahrheit will zwar jeder, nur hören irgendwie nicht. Doch die ist in meinen Augen unabdingbar, damit wir als Einzelner und auch als Gesellschaft wirkungsvoll leben.
Streiten? Ja, aber richtig!
Dazu brauchen wir zwei Dinge. Einerseits Streit, im Sinne von, dass Meinungsverschiedenheiten offen ausgetragen werden. Damit das nicht in Sodom und Gomorra endet, braucht es andererseits eine gewisse Kultur. Denn in unserer heutigen Gesellschaft ist Streit negativ belegt und hat nichts mit dem ursprünglichen, wertfreien Austausch zu tun.
Deswegen müssen wir als Gesellschaft wieder lernen, eine Streitkultur zu leben, in der wir Konflikte konstruktiv angehen. Damit sich nicht nur Dominanz durchsetzt, sondern auch zurückhaltende Menschen in eine Diskussion einbringen können. Damit das Wort nicht mehr im Wattebausch verpackt ist, sondern wieder zu einer Meinung wird. Damit alle Beteiligten sich für die Sache einsetzen, ihre Position vertreten können, sich gleichzeitig aber auch die der anderen anhören können. Wir sind nunmal keine wilden Tiere, sondern bezeichnen uns selbst als Krönung der Schöpfung. Und die sollte im 21. Jahrhundert soweit gekommen sein, eine konstruktive Streitkultur zu leben, um gemeinschaftlich zu einer sinnvollen Lösung zu kommen.
Streitkultur ist für mich die beste Medizin gegen das Gemocht-Werden-Wollen-Virus. Und mal so unter uns: Wenn Sie den Mut haben, in entscheidenden Situationen den Mund aufzumachen, gewinnen Sie bei mir Respekt. Und mit dieser Meinung stehe ich garantiert nicht alleine da.
Wenn der Wegweiser keinen Weg mehr weist
Davonrennen, alles hinter sich lassen und nochmal ganz von vorne starten. Wie oft haben Sie sich das schon einmal vorgestellt? Wenn es im Job überhaupt nicht mehr läuft. Oder jegliche Leidenschaft in der Beziehung verloren ging und Sie einfach nur noch wegwollen. Dann beherrscht Sie ein Gefühl: Hauptsache weg hier!
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Davonrennen, alles hinter sich lassen und nochmal ganz von vorne starten. Wie oft haben Sie sich das schon einmal vorgestellt? Wenn es im Job überhaupt nicht mehr läuft. Oder jegliche Leidenschaft in der Beziehung verloren ging und Sie einfach nur noch wegwollen. Dann beherrscht Sie ein Gefühl: Hauptsache weg hier!
Emotional macht das vielleicht Sinn. Doch nehmen wir mal etwas Abstand: wäre das Leben wirklich auf einmal besser, wenn Sie einfach abhauen und einen Neustart wagen?
Eine neue Liebe, ist wie ein neues Leben
Mit diesem Song-Titel hat Jürgen Marcus sowas von recht. Und aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es auch für den Beruf gilt. Dieses Gefühl, wenn Sie endlich diesen Schritt, diesen Cut, wagen: es ist pure Euphorie. Als ich damals noch in der Finanzbranche arbeitete, war ich irgendwann richtig unzufrieden. Rund zwei Jahre notierte ich mir, was mich stört, was sich ändern muss. Manchmal nehme ich dieses Heft zur Hand und bin immer wieder fassungslos, dass ich mich zwei Jahre lang mit meiner Unzufriedenheit gequält habe, bis ich endlich eine Entscheidung traf: „Ich muss da raus.“
Die Entscheidung, endlich die Situation zu verlassen, fühlte sich fast an wie „frisch verliebt“. Ich spürte Euphorie. Zunächst jedenfalls …
Die Stille, die Sie erdrückt
Denn als ich keine Beschäftigung mehr hatte, war da einfach ... nichts mehr. Ich verlor meinen sinnvollen Horizont, meine berufliche Richtung. Ich hatte plötzlich kein Büro mehr, in das ich fahren konnte, keinen Terminkalender, der von anderen gefüllt wurde. Da war auf einmal nur noch Stille.
Aus heutiger Sicht weiß ich: Wegrennen bringt Sie nicht weiter, wenn Sie keine Ahnung haben, wohin Sie eigentlich rennen wollen.
Die Hoffnung stirbt zuerst
Verstehen Sie mich bitte richtig: wenn im Leben etwas ganz gravierend schiefläuft und Sie so Ihre persönliche Integrität verletzen, ist es in meinen Augen jedermanns Pflicht, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und etwas zu ändern. Lebenszeit ist schließlich begrenzt – auch für mich, wie mir meine Tumorerkrankung am eigenen Leib deutlich gemacht hat.
Der Moment, in dem Sie also einen quälenden Job, eine nicht-erfüllende Beziehung oder ein sinnloses Projekt beenden, ist ohne Frage sinnvoll. Doch die Hoffnung, dass mit diesem Ende automatisch alles gut sein wird, verfliegt schnell. Denn eine falsche Richtung aufzugeben, bedeutet eben auch, genau wissen zu müssen, wo die neue Richtung hin verlaufen soll. Eine banale Erkenntnis, mit der ich damals nicht gerechnet habe.
Der kaputte Wegweiser
Ich stand damals plötzlich vor meinem inneren Wegweiser und hatte keinen blassen Schimmer mehr, wo ich nun hinlaufen sollte. Er zeigte mir keinen Weg an. Unweigerlich war es dann an der Zeit, mir endlich die entscheidenden Fragen zu stellen. Ich konnte mich nicht mehr vor mir selbst verstecken, wenn ich wieder eine Richtung haben wollte. Die Entscheidung „weg von etwas“ fällt eben leicht, ist aber leider nur die Hälfte der Miete. Viel entscheidender ist die Antwort auf die Frage: „hin zu was denn?“.
Was kann ich richtig gut? Womit kann ich anderen einen Nutzen stiften? Worin will ich der Beste werden, weil ich darauf einfach Lust habe? Bei mir kristallisierte sich nach und nach ein klares Bild heraus. Ich wollte mich nicht mehr verbiegen, merkwürdige Kompromisse machen oder mich mit den „falschen“ Themen und Menschen beschäftigen. Während meiner Zeit in der Finanzbranche hatte ich erlebt, wie kräftezehrend es ist, wenn man genau das alles falsch macht. Ich spielte jahrelang nach Regeln, die nicht meinen Werten entsprachen. Das wollte ich nicht mehr. Ich wollte etwas Sinnvolles tun. Etwas, mit dem ich für andere einen Nutzen stiften konnte.
Ich hatte so viele Menschen im Berufsleben kennengelernt, die in einem finanziellen Käfig gefangen waren: erfolgreich, aber unglücklich. Es geht nicht darum, glücklich oder finanziell erfolgreich zu sein. Die Kunst ist, beides zu erreichen. Und so bin ich heute dankbar, Menschen dabei zu helfen, einen sinnvollen Weg, eine neue Richtung für sich zu finden. Wirkungsvoll zu werden und Ergebnisse zu erzielen, für die es sich lohnt, sich anzustrengen. So wie ich es damals machen musste.
Und diese neue Richtung zu haben, war alle Mühe wert!
Weil Ihr Bett ein Gedächtnis hat
Wo haben Sie geheiratet? Wo waren Sie am 11. September? Wo feierten Sie einen großen Projekterfolg – oder bekamen eine Standpauke von Ihrem Chef? Ich bin mir sicher, Sie haben schlagartig die Bilder zu einer dieser Situationen vor Augen. Denn: Manche Dinge bleiben ewig im Gedächtnis. Und vor allem der Ort, an dem sie stattgefunden haben.
Weil Ihr Bett ein Gedächtnis hat
Wo haben Sie geheiratet? Wo waren Sie am 11. September? Wo feierten Sie einen großen Projekterfolg – oder bekamen eine Standpauke von Ihrem Chef? Wo fand Ihr erster Kuss statt?
Ich bin mir sicher, Sie haben schlagartig die Bilder zu einer dieser Situationen vor Augen. Denn: Manche Dinge bleiben ewig im Gedächtnis. Und vor allem der Ort, an dem sie stattgefunden haben.
(K)ein Ort für heikle Familienthemen
Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber bei uns zuhause ist er Esstisch einer der wenigen Orte, an dem wir uns als Familie regelmäßig und vollständig treffen. Und genau deswegen ist der Esstisch eine Art „heiliger“ Ort für mich. Heilig im doppelten Sinne: Hier haben Smartphones oder andere Dinge, die ablenken, beim Essen nichts zu suchen. Und: Hier diskutieren wir keine heiklen Themen.
Natürlich ist es irgendwie praktisch, wenn doch schon alle beim Abendessen zusammensitzen, gleich auch die Fünf in Mathe oder die vulgäre Ausdrucksweise des Teenagers zu thematisieren. Schlechte Noten und sonstige Vergehen haben am Esstisch jedoch nichts zu suchen. Sonst brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn die Teenager irgendwann ihre Teller nehmen und zum Essen lieber in ihr Zimmer verschwinden.
Ein befreundeter Geschäftsführer beherzigte den Gedanken und erzählte mir: „Für solche Gespräche zitiere ich meinen Sohn nun immer aufs Sofa. Vielleicht ist das der Grund, warum er seit Neustem vom Sessel aus Fernsehen schaut …“
Überraschungsangriff im Büro
Vielleicht scheint das private Esstisch-Thema für Sie übertrieben. Doch stellen Sie sich nun bitte eine Situation aus Ihrem Arbeitsalltag vor: Ihr Chef platzt unangekündigt in Ihr Büro und macht Sie rund. Oder er ruft Sie in sein Büro und kritisiert Sie dort aufs Schärfste oder bespricht mit Ihnen ein heikles Thema im Meetingraum. Was glauben Sie, wie Sie sich fühlen, wenn Ihr Chef das nächste Mal in Ihr Büro kommt, Sie zu sich ruft oder Sie in den Meetingraum bestellt?
Ob bewusst oder unbewusst, Sie rufen sich die alten Erlebnisse ins Gedächtnis und befürchten automatisch, dass es jetzt wieder Ärger geben könnte. Das verursacht Stress. Die Orte haben ein Gedächtnis und durch dieses Verhalten Ihres Chefs ist Ihr Büro auf einmal ein negativ behafteter Ort geworden. Dabei soll es doch ein kreativer Raum sein, in dem Sie gerne arbeiten und gute Leistung bringen.
Deshalb verkünde ich heikle Botschaften immer an einem Ort, an dem sich meine Mitarbeiter nicht regelmäßig aufhalten. Meist wähle ich den Besprechungsraum. Damit sie wissen, worum es geht, kündige ich das Thema vorher an. Denn wer seine Mitarbeiter im Dunkeln lässt, missbraucht unnötig seine Macht. Doch meine Mitarbeiter sollen keine Angst haben, sondern sich sicher fühlen, um ihr volles Potenzial zu entfalten.
Die Regeln des Ehebetts
Ich möchte nicht, dass meine heiligen Orte negativ belegt werden und ich möchte auch nicht die positiven Orte anderer Menschen mit einem schlechten Erlebnis belasten. Meine Frau und ich haben zuhause deswegen einen zweiten „heiligen“ Ort definiert: unser Ehebett. Es ist ausdrücklich nur für Dinge gedacht, die Spaß machen oder der Erholung dienen :-)
Früher gab es in den Ehen den sogenannten „Pillow-Talk“ (engl. pillow = Kissen): Vor dem Schlafen sprachen Mann und Frau über den Tag. Dieses Gespräch wurde zunehmend ersetzt durch Fernseher, Laptops und Smartphones. Doch eine Ehe braucht Austausch. Zwar haben wir keinen Fernseher im Schlafzimmer, aber Laptop und Smartphone haben auch bei uns Einzug erhalten. Um das Ehebett trotzdem heilig zu halten, berücksichtigen meine Frau und ich zwei Regeln:
Im Bett werden keine kritischen Themen besprochen – auch wenn es manchmal schwerfällt. Zweitens: Egal, was wir tun – wir beenden jeden Tag, indem wir abends im Bett gemeinsam den Satz „Gott schütze unsere Ehe“ sagen. Das machen wir sogar, wenn ich auf Reisen bin, dann eben via Telefon.
Rituale festigen
Sie können mich jetzt als zu weich oder als unverbesserlichen Romantiker abstempeln. Ich möchte mich auch gar nicht als Bilderbuch-Ehemann darstellen. Aber ich kümmere mich jeden Tag intensiv um meine Kunden -- und mir fällt bei bestem Willen kein Grund ein, warum ich mich nicht auch jeden Tag intensiv um meine Ehe kümmern sollte. Deshalb halte ich es auch für richtig, dafür zu sorgen, dass meiner Frau und mir positive Orte im Gedächtnis bleiben.
So besuche ich an jedem Hochzeitstag mit meiner Frau den Ort unserer Trauung und ich wiederhole meine Frage: „Willst Du meine Frau sein?“ Sie sagte mir anfangs, dass sie das eigentlich nicht braucht – aber es gefällt ihr. Und so geben wir uns durch Rituale Kraft und fokussieren unsere Aufmerksamkeit auf das, was uns wirklich wichtig ist – an unseren heiligen Orten.
Welche Orte sind Ihre heiligen Orte? Vielleicht achten Sie in Zukunft mehr darauf, wie Sie sich dort verhalten …
Kampf dem Weichspüler im Büro
In Büros verbreiten sich Yoga-Kurse in der Mittagspause, 360-Grad-Feedbacks und Wohlfühlatmosphäre – aber was passiert, wenn die Ergebnisse auf einmal nicht mehr stimmen?
In Büros verbreiten sich Yoga-Kurse in der Mittagspause, 360-Grad-Feedbacks und Wohlfühlatmosphäre – aber was passiert, wenn die Ergebnisse auf einmal nicht mehr stimmen?
In meinem Beitrag bei Redaktion Die Ratgeber lade ich Sie ein zum „Kampf gegen den Weichspüler im Büro“.
Rettungsanker im Tornado: Raus aus der Beschäftigungswut
Obwohl Sie den ganzen Tag fleißig ein To-do nach dem nächsten abarbeiten, füllt sich die Liste erbarmungslos. Das Schlimmste: ...
Obwohl Sie den ganzen Tag fleißig ein To-do nach dem nächsten abarbeiten, füllt sich die Liste erbarmungslos. Das Schlimmste: Der ganze Kram macht Ihre Ehe nicht romantischer und die Beziehung zu Ihren Kindern nicht inniger. Sie sind in einem Tornado gefangen.
Warum Sie rechtzeitig nach dem Rettungsanker greifen und Ihre täglichen Aufgaben gründlich überdenken sollten, lesen Sie in der Leseprobe meines Buches „Mut braucht eine Stimme“, die exklusiv bei FOCUS Online erscheint.
Wettbewerbsvorteil Streitkultur
Das Geschäft ist über die Jahre etabliert. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden funktionieren gut. Erfolg ist schön. Und gleichzeitig gefährlich ...
Das Geschäft ist über die Jahre etabliert. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden funktionieren gut. Erfolg ist schön. Und gleichzeitig gefährlich. Denn man versumpft darin gerne. Das Tagesgeschäft hält Sie mit dringenden Problemen auf Trab, so dass Sie sich nicht mehr die wirklich wichtigen Fragen stellen. Die Menschen sehen keinen Grund, etwas zu verändern: es läuft ja schließlich alles. Doch irgendwann kommt plötzlich der Tag, an dem es einen erwischt: der Wandel schlägt brutal zu und setzt uns auf einmal unter Handlungsdruck. Zum Glück gibt es einen schlaueren Weg.
>> zum Artikel
Den Artikel habe ich für das Verbandsmagazin „Technischer Handel“ geschrieben.
Von neugierigen Hyänen und agilen Zugfahrern
Es ist eine natürliche Eigenschaft des Menschen, immer wissen zu wollen, was es Neues gibt. Vor lauter Gier vergessen wir zu fragen, was uns weiterbringt ...
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„Was gibt’s Neues?“
Diese Frage hören und stellen wir zigmal am Tag. Hinter dieser scheinbar oberflächlichen Frage steckt vor allem eins: Neugier.
Es ist wohl eine natürliche Eigenschaft des Menschen, immer wissen zu wollen, was es Neues gibt. Kaum ist ein mutmaßlicher Trend identifiziert, rennen wir hinterher – mit Scheuklappen. Denn vor lauter Gier nach Neuem vergessen wir zu überprüfen, ob uns das Neue überhaupt weiterbringt.
Wie hungrige Hyänen
Dieses Phänomen lässt sich in nahezu jedem Lebensbereich erkennen. Uns interessieren die neuesten Entwicklungen in unserem Umfeld – was für ein neues Auto hat der Nachbar? Wir müssen unbedingt als Erstes wissen, was der neueste Trendsport ist, welche Trends die Mode bestimmen, was die neuesten Produkte auf dem Markt versprechen und schleunigst her mit der neuesten Managementmethode!
Der Mensch ist eben von Natur aus neugierig. Das ist prinzipiell auch nichts Schlechtes, denn diese Eigenschaft spricht für Offenheit gegenüber Neuem, für einen Forscher- und Entdeckerdrang, der uns Menschen wahnsinnig tolle Dinge hervorbringen lässt. Neugier ist die Voraussetzung für Kreativität, Innovation und Fortschritt.
Neugier beinhaltet aber eben auch, wie der Begriff schon sagt, eine Form von Gier. Und Gier ist unstillbar. Gier ist kompromisslos. Gier ist gnadenlos. Wenn der Mensch gierig auf Neues ist, dann schnüffelt er wie eine hungrige Hyäne an allem, was frisch auf den Markt kommt. Die unstillbare Sehnsucht treibt ihn von Trend zu Trend.
Ab auf den Zug
Sie werden jetzt vielleicht verständnislos den Kopf schütteln und sich denken: „Natürlich will ich wissen, was die neuesten Trends sind! Sollte sich herausstellen, dass etwas erfolgreich ist, will ich ja nicht der Letzte sein, der davon weiß.“ Außerdem ändert sich in der heutigen Zeit vieles so schnell, dass wir das Gefühl bekommen, dranbleiben zu müssen – ob das nun im Job, in der Produktentwicklung oder im Modebereich ist. Nicht dass die anderen das Neueste vor Ihnen kennen!
Kann ich teilweise noch nachvollziehen, aber überlegen Sie mal ganz ehrlich: Sind Sie fokussiert neugierig?
Ob in der Gesellschaft oder der Wirtschaft, immer wieder erlebe ich, dass jedem Trend, der auch nur im Entferntesten einen Mehrwert verspricht, ohne jeglichen Fokus hinterhergerannt wird. Das sehe ich momentan im Business ganz deutlich. Alle reden von „agilen Methoden“. Jedes Unternehmen will agiler werden. Wenn ich dann nachfrage, wofür diese agilen Methoden denn gebraucht werden, bekomme ich von den Führungskräften meist keine spezifische Antwort. Kaum jemand hat sich darüber Gedanken gemacht, ob diese Methoden für sie überhaupt sinnvoll sind! Egal, Hauptsache sie sind agil – sind die anderen schließlich auch … Sie springen auf den Zug auf, weil der Zug halt gerade vorbeifährt. Ohne Fokus!
Was bringt mir das?
Das Schlimme ist: Wir sind teilweise selbst schuld an diesem Verhalten. Immer und immer wieder lassen wir es zu: das Diktat der Neugier, das uns ständig in eine unstillbare Sehnsucht treibt. Dieser Drang nach neuen Trends macht uns blind für die Wahrheit. Nämlich dass die Wirtschaft nichts anderes macht, als alten Wein in neue Schläuche zu füllen. Denen fällt doch auch nicht im Dauertakt etwas Neues ein! Schauen Sie sich doch nur mal die Modebranche an. Da werden die Trends von vor 30 oder 40 Jahren einfach wieder aufgegriffen und als der Trend 2017 verkauft.
Ich wünsche mir, dass unsere Gesellschaft trotz der Neuheitenflut den Fokus behält und sich immer erst fragt, was das Neue wem bringt. Statt gierig jedem Trend hinterherzurennen, ist fokussierte Neugier angebracht. Fokussiert im Sinne von reflektiert. Weniger Gier, weniger Diktat – dafür mehr Fokus auf Relevanz und Mehrwert. Das würde nicht nur unserer Wirtschaft guttun, sondern uns auch als Gesellschaft nach vorne bringen.
Der Krebs zeigte mir, was ich wirklich machen will
Die Karriereleiter läuft eben nicht immer steil nach oben — vor allem dann nicht, wenn das Schicksal zuschlägt. Im Beitrag erzähle ich, wie es mir nach meiner Krebserkrankung gelang, einen Cut in meinem Leben zu machen und mit neuer Klarheit durchzustarten.
Dieser Beitrag ist ursprünglich bei XING Klartext veröffentlicht worden.
Ihre Lebenszeit ist begrenzt – ja, das haben Sie schon tausendmal gehört. Und ja, das klingt kitschig und abgedroschen. Aber: Schauen Sie mal auf die vergangene Woche, den vergangenen Monat Ihres Lebens. Mit welchen Menschen haben Sie Zeit verbracht? In welchen Meetings saßen Sie? Mit welchen Themen haben Sie sich beschäftigt, und wofür haben Sie sich privat engagiert?
Waren das alles sinnvolle Themen und Menschen, mit denen Sie gern Zeit verbringen? Wenn es Ihnen geht wie mir vor meiner Erkrankung, dann antworten Sie vermutlich: Nein, da waren ein paar Tätigkeiten und Menschen dabei, die ich am liebsten aus meinem Kalender gestrichen hätte.
Die Lektion eines Besuchers
Ich habe zwei Anläufe gebraucht, um endlich ehrlich zu mir selbst zu sein. Nach meiner ersten Tumordiagnose mit anschließender Operation rutschte ich wie automatisch zurück in meinen Managementposten in der Finanzbranche – obwohl er mich schon seit zwei Jahren beruflich unzufrieden machte. Aber die Lektion des Lebens ließ nicht locker, es folgte eine weitere OP. Noch einmal die Sorgen, noch einmal die Angst. Doch diesmal kam eine neue Angst hinzu: Die Operation in der Schilddrüsenloge sorgte nun für die Gefahr, dass ich meine Stimme verlieren könnte. Dieses Mal brach mich die Krankheit – zum Glück, muss ich heute sagen. Denn während ich darüber nachdachte, wie es wäre, meine Stimme zu verlieren, begann ich endlich, auf meine innere Stimme zu hören.
Ich erkannte, dass meine Krankheit mir zwei Optionen zur Wahl gab: Ich konnte mich fortan als Opfer fühlen und seelisch an meinem Schicksalsschlag zugrunde gehen. Oder ich konnte in der Krankheit einen Besucher sehen, der in meinen Körper gekommen war, um mir eine Lektion zu erteilen – ein unbequemer Besucher, aber ein wohlgesonnener. Also hörte ich auf meine innere Stimme und lernte meine Lektion.
Klarheit ohne Wenn und Aber
Beruflich bedeutete das für mich einen vollkommenen Bruch. Raus aus dem Job, in dem ich mich verbog. Raus aus dem Umfeld, in dem meine Kollegen völlig andere Werte lebten als ich. Selbstverständlich meldeten sich da Bedenken: „Wie verdiene ich morgen mein Geld? Womit verbringe ich nun meine Zeit?“ Doch diese Einwände waren letztlich nichts als Ängste – und dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade.
Beruflich stellte ich mich völlig neu auf. Gründete eine Firma und definiere nun allein, nach welchen Maßstäben ich arbeite. Seither zählt in erster Linie nicht das Geld, das ich als Businesscoach verdiene, sondern das Projekt und das Unternehmen selbst. Ich investiere meine Lebenszeit nur noch in Aufträge, bei denen ich das Gefühl habe: Hier kann ich ganz sicher einen Nutzen, einen Mehrwert stiften – egal ob es sich bei dem Klienten um ein Start-up, einen großen Konzern oder einen Manager handelt. Das tue ich dann auch ohne Wenn und Aber, spreche heikle Botschaften aus und sage Unternehmern sehr direkt, wenn in ihrem Betrieb etwas schiefläuft. Das Argument „gute Bezahlung“ zählt nicht mehr, wenn es bedeutet, sich dafür im Job zu verbiegen und Konzernchefs Honig um den Mund zu schmieren.
Das, was wir tun, sollte mit unseren Werten übereinstimmen
Ich glaube, diese Klarheit, für das zu stehen, was man tut, ist essenziell – nicht nur im Umgang mit anderen, sondern vor allem auch mit uns selbst. Denn ja, unsere Lebenszeit ist begrenzt. Also sollte das, was wir in ihr tun, doch zumindest einhergehen mit unseren Werten und unserer inneren Haltung.
Dazu gehört auch, sich hin und wieder abzugrenzen. Zu selektieren, wo und in wen Sie Ihre Lebenszeit investieren oder lieber nicht. Den Mund aufzumachen und unbequem zu sein. Denn das ist allemal besser, als am Ende dazustehen und zu bedauern, dass man nicht den Mut hatte, seinen eigenes Leben zu leben.
Mut zur Lebensführung
Wie Sie in einer unsicheren Welt selbstbestimmt bleiben — oder es endlich werden
Der Wandel ist scharf. Und die Zukunft unsicher. Es braucht Mut zur Lebensführung, um am Ende sagen zu können: Mein Leben war selbstbestimmt und erfüllend.
Mehr dazu erfahren Sie in meinem neuen Buch. Es erscheint im September 2021. Sie können es bereits jetzt vorbestellen — überall, wo es Bücher gibt.
Sind Sie schon oder besitzen Sie noch?
Wir leben in einer Gesellschaft der Must-haves. Wie der Name schon sagt, gibt es unzählige Dinge, die wir anscheinend haben „müssen“.
Wir leben in einer Gesellschaft der Must-haves. Wie der Name schon sagt, gibt es unzählige Dinge, die wir anscheinend haben „müssen“. Wir brauchen sie, um dazuzugehören, um zu zeigen, wer wir sind und was wir haben. Auch wenn wir sie gar nicht brauchen.
Das fängt schon im Kindesalter auf dem Schulhof an. Wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Kind der Außenseiter ist, dann müssen Sie schon mithalten und die original Sneakers kaufen und nicht die Billig-Imitate vom Discounter. Es reicht auch nicht mehr, im Sommer mit der Zeitung am Holzkohlegrill herumzuwedeln, bis die Glut endlich soweit ist. Heutzutage muss ein stylisher Weber-Grill im Garten stehen. Und damit Ihre Küche auf dem Stand der Dinge ist, kochen Sie nicht mehr selbst, sondern verlieren sich im Rezeptetausch für Ihren Thermomix. Auch wenn Sie ihn nicht nutzen, Hauptsache, er zählt zu Ihrem Besitz.
Konsumwahn hat kein Ende. Wenn die Karriereleiter Sie in hohe Sphären gebracht hat, können Sie keinesfalls mehr mit Ihrem alten Opel Astra vorfahren. Es ist egal, ob der total zuverlässig ist und noch Jahre halten würde. Ab einer gewissen Stellung muss es dann schon ein Schlitten von Audi, BMW oder Mercedes sein. Das gehört zum guten Ton. Doch dieser Zwang des Habens setzt uns unter Druck.
Mein Haus, mein Auto, meine … innere Leere!
Zwischen all dem Konsum und Besitz vergessen wir einen ganz wichtigen Aspekt: das Sein. Kaum jemand macht zwischendurch einen Cut, lässt den eigenen Besitz mal ganz außer Acht und nimmt sich einfach nur Zeit für sich. Wann war der letzte Samstag, an dem Sie rein gar nichts vorhatten und an dem Sie ausschließlich gemacht haben, worauf Sie Lust hatten? Ich wette, das ist viel zu lange her.
Einige von Ihnen werden jetzt sicher Einwände haben. Schließlich können Sie bei einem Meeting mit der Geschäftsleitung schlecht im Billig-Anzug aufkreuzen. Es heißt nicht umsonst: „Kleider machen Leute.“ Und wenn all Ihre Freunde einen dicken Benz fahren, stehen Sie mit Ihrem alten Astra nun mal doof da. Sie werden quasi von der Gesellschaft gezwungen, dass solche Statussymbole zu Ihrem Besitz gehören.
Eine Rolex füllt keine Leere
Und trotz all des Besitzes, der Statussymbole kommt immer wieder dieses Gefühl der inneren Leere. Wenn wir die spüren, lösen wir das Dilemma, indem wir einfach noch mehr Besitz anschaffen, wir weichen in einen Konsumwahn aus und sammeln krankhaft: teure Uhren, schicke Schuhe, seltene Autos.
Wir sammeln, um zu haben. Es ist gar nicht so wichtig, ob es auch verwendet wird. Doch jeder neue Kauf tut gut. Er bekämpft das Gefühl der inneren Leere. Zumindest für kurze Zeit. Dann müssen wir wieder etwas Neues kaufen. Der Wunsch nach Haben treibt uns an. So etwas nennt man Junkies.
Ich kenne das selbst nur zu gut. Beruflich hatte ich das Glück, schon in jungen Jahren viel erreicht zu haben – und ja, ich hatte auch ordentlich Geld auf dem Konto. Obwohl ich nie der Typ dafür war, kam irgendwann der Moment, wo ich mir meinen ersten Anzug maßschneidern ließ. Einfach weil alle meine Kollegen das auch taten. Ich trug die Knöpfe am Sakko offen, trug meine Initialen auf dem Hemd, damit jeder sieht: wow – maßgeschneidert. Als Nächstes musste dann natürlich ein entsprechendes Auto her. Am Wochenende gehörte es zum guten Ton, in irgendwelchen schicken Golfclubs unter scheinbar Gleichgesinnten über den eigenen Besitz zu sprechen. Worüber aber nie gesprochen wurde, sind die eigenen, nicht-materiellen Wünsche und Träume. Statt tiefgründiger Gespräche gab es viel oberflächliches Positions-Gehabe.
Wer besitzt wen?
Schauen Sie also mal ehrlich auf Ihr Leben. Besitzen Sie Ihre „Güter“? Oder besitzen Ihre Güter Sie? Wer ist abhängig von wem?
Genau da liegt das Problem: Wenn Sie das Haben völlig überstrapazieren, geraten Sie ins Ungleichgewicht. Ihr Sein wehrt sich, indem Ihre innere Stimme anfängt sich zu rühren. Dann merken Sie, dass noch etwas fehlt. Sie spüren die innere Leere. Das fühlt sich nicht so schön an. Aber Sie dürfen dieses Gefühl nicht betäuben, indem Sie sich den nächsten Kosum-Schuss setzen.
Lösen können Sie das Problem nur, indem Sie das tun, was notwendig ist: nämlich mehr SEIN. Also Ihrer inneren Stimme zuzuhören. Sich selbst kennenlernen. Ihre noch nicht genutzten Potenziale, Wünsche und Träume. Da gibt es zum Glück weit mehr als Besitz, das darauf wartet, von Ihnen entdeckt und entfaltet zu werden. Um die Person zu werden, die Sie sein können.
Hilfe, der Input-Virus geht um!
Vor dem Chef kommen, nach dem Chef gehen – Motivation nennen wir das dann. Engagement. Einsatz. Für mich hört sich das nach etwas ganz anderem an …
Vor dem Chef kommen, nach dem Chef gehen – Motivation nennen wir das dann. Engagement. Einsatz. Für mich hört sich das nach etwas ganz anderem an …
Passen Sie auf: Hier geht ein Virus um. Welcher das ist, verrate ich Ihnen in der Huffington Post.
Auch die größte Passion braucht Disziplin
Start-ups dürfen supercoole Haufen und bunt zusammengewürfelte Querdenker sein. Doch sie brauchen auch ...
Start-ups dürfen supercoole Haufen und bunt zusammengewürfelte Querdenker sein. Doch sie brauchen auch Leute, die Business machen wollen.
Warum es mir deshalb wichtig ist, ein – junges oder auch älteres Team – in den Umsetzungsmodus zu bringen, beschreibe ich in meinem Artikel bei startupcoach.de.
Dein Geld kann mich mal – Warum Sie trotz Erfolg den Job wechseln sollten
Top Gehalt, top Position, Prestige en masse – und doch im falschen Job.
So ging es mir in der Finanzbranche, bis …
Top Gehalt, top Position, Prestige en masse – und doch im falschen Job.
So ging es mir in der Finanzbranche, bis ich alles hinschmiss und neu anfing. Ob Sie nun Berufsanfänger oder alte Hasen sind – vielleicht ist es auch für Sie an der Zeit, zu überdenken, ob Sie in Ihrem aktuellen Job glücklich werden.
Einen Gedankenanstoß liefere ich Ihnen bei den Karriere-Einsichten …
Nichts als die unbequeme Wahrheit
„Du bist unzuverlässig!“
Bamm, das hatte gesessen. Der Vetriebsvorstand guckte mich etwas baff aus großen Augen an ...
Keine Zeit zum Lesen? Dann einfach hören:
„Du bist unzuverlässig!“
Bamm, das hatte gesessen. Der Vetriebsvorstand guckte mich etwas baff aus großen Augen an. Er saß mit einer Runde auserlesener Mitarbeiter und Führungskräfte vor mir in einem Coaching zur Vertriebsentwicklung. Von zwölf Anwesenden hatten sich zehn auf ihre Präsentation vorbereitet.
Für den Vorstand und einen Mitarbeiter galt: „Sie sind unzuverlässig!“ Und dass ich ihnen diese Wahrheit so direkt und hart mitteilte, hat seinen Grund.
Tun Sie’s für die Zukunft
Die unbequeme Wahrheit suchen Sie in den meisten Unternehmen heutzutage nämlich vergeblich. Da gibt es zwar tausend Lippenbekenntnisse zur Streitkultur, zur Gesprächskultur, zur Kultur des offenen Austauschs – aber Sie kennen die Realität: Gewünscht ist letztlich nichts als Gehorsam. Denn wer eine unbequeme Botschaft oder eine heikle Wahrheit überbringt, kassiert am Ende die „Prügel“. In dem Fall natürlich nicht mit Fäusten, aber eben in Form von nicht genehmigten Urlaubsanträgen, unliebsamen Projekten oder plötzlich abgesägten Karriereleitern.
Streitkultur gibt es in den Unternehmen nur als Einbahnstraße: von oben nach unten. Schade! Denn ich bin überzeugt, dass es gerade das Aussprechen der unbequemen Wahrheit ist, was Unternehmen zukunftsfähig hält.
Um den heißen Brei herumzureden, bringt uns nicht weiter – weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich. Die Wahrheit beim Namen zu nennen, erfordert jedoch häufig mehr als das übliche Quäntchen Mut.
Schmerzfreies Kanonenfutter
Nachdem ich in meinem Vertriebsprojekt die Botschaft „Du bist unzuverlässig“ vermittelte, ging ich in der Kaffeepause auf den Mitarbeiter zu. Ich dachte mir, der Vorstand wird die Botschaft schon ausgehalten haben, aber den Mitarbeiter wollte ich wieder etwas aufmuntern: „Nimm es mir nicht krumm“, sagte ich ihm, „dass ich dich als ‚Kanonenfutter‘ benutzt habe. Aber wir brauchen in unserer Zusammenarbeit Zuverlässigkeit. Das war einfach die Wahrheit.“
Bevor er antworten konnte, mischte sich der Vorstand ein: „Entschuldige dich jetzt ja nicht bei ihm! Das ist genau das, wofür ich dich bezahle. Dass du uns die Wahrheit sagst, auch wenn es wehtut.“
Da kann ich nur sagen: hervorragend reagiert! Dieser Vetriebsvorstand war von der heiklen Botschaft ja genauso betroffen gewesen. Doch er zeigt wahre Haltung. Nämlich die Haltung, eine Kritik an seinem Handeln als Führungspersönlichkeit nicht als Meuterei zu verstehen – sondern vielmehr als Vertrauensbeweis und Möglichkeit, besser zu werden. Ich vertraute ihm und auf unsere gute Zusammenarbeit, deshalb musste ich ihm die Wahrheit ins Gesicht sagen. Denn die unbequeme Wahrheit hätte sonst niemand ausgesprochen. Doch nur diese Wahrheit hat an dieser Stelle Nutzen gestiftet.
Ich wette, es kostet auch Ihre Mitarbeiter schlichtweg Mut, Missstände anzusprechen. Denn sie müssen ihre Komfortzone verlassen und mutig ihre Meinung vertreten in der Hoffnung, dass sie dafür keine negativen Konsquenzen, sondern ein Danke für das offene Wort erhalten. Doch viel zu häufig erhalten sie jedoch etwas anderes: die Sanktionen der Macht.
Wen wollen Sie führen?
Wie können Sie es also besser machen? Wenn Sie eine Streitkultur – oder sagen wir zumindest mal eine offene Diskussionskultur – in Ihrem Unternehmen wecken wollen, in der Mitarbeiter und Führungskräfte die hilfreichen, aber unbequemen Wahrheiten in beide Richtungen aussprechen können, braucht es einen ersten Schritt: Dieser beginnt bei den Führungskräften.
Und mit einer veränderten inneren Haltung. Stellen Sie sich dazu folgende Frage: Was für ein Team wollen Sie führen?
- Ein Team aus Ja-Sagern, die Sie behandeln wie einen Halbgott auf Erden, die links herum rennen, wenn Sie „links“ sagen, und Ihnen stets zustimmen oder
- ein Team aus unbequemen Mitarbeitern, die Ihnen stets ungeschminkt die Wahrheit sagen, die neue Perspektiven einbringen, die verstehen wollen, warum sie nach links laufen, bevor sie es tun?
Ich kenne meine Antwort. Deshalb habe ich mir einen Job ausgesucht, in dem ich dafür bezahlt werde, die unbequeme Wahrheit beim Namen zu nennen, auch wenn es manchmal unangenehm ist und Überwindung kostet. Doch meine Kunden wissen, dass dieser Finger in der Wunde sie besser macht, Geschwindigkeit erhöht und notwendige Veränderungen auf den Weg bringt. Fühle ich mich dabei immer gut? Nein. Aber das muss ich auch nicht. Denn ich weiß, dass ich mit der Wahrheit anderen etwas Gutes tue – im Coaching, unter Freunden, in der Partnerschaft.
Wie sieht es bei Ihnen aus: Wem sollten Sie mal wieder die unbequeme Wahrheit sagen?
Wie sag‘ ich das bloß meinen Mitarbeitern?
Den Mitarbeitern schlechte Nachrichten überbringen, macht wahrscheinlich niemand gerne. Aber auch solche Situationen müssen Sie souverän meistern!
Und das können Sie lernen ...
Den Mitarbeitern schlechte Nachrichten überbringen, macht wahrscheinlich niemand gerne. Aber auch solche Situationen müssen Sie souverän meistern!
Und das können Sie lernen. Mit ein paar Tricks wirken Sie auch in Situationen, in denen Sie sich unwohl fühlen, sicher und souverän. Im Interview mit IMPULSE verrate ich, wie Sie schlechte Nachrichten überbringen und trotzdem Zuversicht und Kraft vermitteln.
Mundaufmachen statt Brown-Nosing: So entkommst du dem Kampf zwischen Stillhalten und Aufmupfen…
Die Hierarchieleiter pinkelt man auf gar keinen Fall nach oben, wenn man seine Karriere nicht ruinieren möchte – heißt es.
Ich habe da ganz andere Erfahrungen gemacht …
Die Hierarchieleiter pinkelt man auf gar keinen Fall nach oben, wenn man seine Karriere nicht ruinieren möchte – heißt es.
Ich habe da ganz andere Erfahrungen gemacht. Bei Karriere-Einsichten verrate ich sie Ihnen.
Einfach mal nichts zu tun ist keine Schande
Manager sollten einmal hart abchillen!
So würde mein Sohn das formulieren. Und ich gebe ihm ganz recht. Denn ...
Manager sollten einmal hart abchillen!
So würde mein Sohn das formulieren. Und ich gebe ihm ganz recht. Denn Manager verkennen zu oft den Sinn des bewussten Müßiggangs. Lassen Sie mich Ihnen eben diesen ins Gedächtnis rufen mit meinem neuen Artikel bei FOCUS Online.
>> Weiterlesen in meiner FOCUS-Kolumne
Führung ist eine diktatorische Demokratie
Wenn sich bei Ihren Mitarbeitern mal wieder der Druck ins Unermessliche steigert, weil es nicht so richtig läuft, liegt das nicht daran, dass sie nicht sehen, wo der Schuh drückt.
Wenn sich bei Ihren Mitarbeitern mal wieder der Druck ins Unermessliche steigert, weil es nicht so richtig läuft, liegt das nicht daran, dass sie nicht sehen, wo der Schuh drückt.
Was an dieser Stelle Verantwortung für Sie als Führungskraft bedeutet, lesen Sie in meinem neuen Artikel in der Huffington Post.
Ich lasse mir Zeit, um Zeit zu sparen
Hauptsache beschäftigt – unter diese Maxime scheinen viele Mitarbeiter ebenso wie Führungskräfte ihren Arbeitstag zu stellen. Morgens steht das eigene Auto natürlich schon lääängst auf dem Parkplatz, wenn der Chef vorfährt. Abends steht es immer noch da, wenn er in Feierabend geht. Motivation nennen wir das dann. Engagement. Einsatz ...
Keine Zeit zum Lesen? Dann lassen Sie sich den Text doch einfach von mir vorlesen.
Hauptsache beschäftigt – unter diese Maxime scheinen viele Mitarbeiter ebenso wie Führungskräfte ihren Arbeitstag zu stellen. Morgens steht das eigene Auto natürlich schon lääängst auf dem Parkplatz, wenn der Chef vorfährt. Abends steht es immer noch da, wenn er in Feierabend geht. Motivation nennen wir das dann. Engagement. Einsatz.
Dabei sitzt Kollege Müller täglich in vier Meetings, in denen viel geredet, aber wenig gearbeitet wird; hat am Mittag zwei Stunden mit Kollegen über die Farbtöne des neuen Flyers diskutiert und am Morgen ausführlich in der Zeitung geblättert.
Was geht hier schief?
Es muss doch eine Lösung geben!
Ganz einfach: Wir sind von einem mentalen Virus befallen. Einer äußerst bedrohlichen Krankheit, die sich „Input“ nennt. Ihr zu erliegen, bedeutet ein langsames, aber qualvolles Dahinsiechen. Denn der Virus bewirkt, dass Sie unglaublich beschäftigt sind. Eine Menge Aufwand, Mühe oder Zeit in eine Sache investieren. Nur um am Ende minimal wenig Output zu erhalten.
Ich beobachte in meinen Beratungsprojekten immer wieder Folgendes: Ein Problem tritt auf. Und in rekordverdächtiger Geschwindigkeit werden die ersten Lösungsvorschläge entwickelt. Der Input – also die Aktivität – wird höher bewertet als der Output – das Ergebnis. Um guten Output zu erzeugen, müssten die Input-Infizierten erstmal den Umweg des Nachdenkens gehen, um sicherzustellen, dass sie das Problem auch klar erfasst haben. Doch das passiert nicht. Denn Nachdenken ist unangebracht in einer Zeit, in der alles schnell erledigt und am besten schon gestern fertig sein muss.
Das ist vergleichbar damit, wenn die Reifen Ihres Autos abgefahren sind. Das ging dieses Mal vielleicht schneller als erwartet. Aber egal: gleich in den Input, Termin in der Werkstatt machen und neue Reifen aufziehen. Dabei wäre es schlauer, erstmal zu überprüfen, was eigentlich das Problem ist. Wenn Sie dann bei der genauen Analyse feststellen, dass die Achse schief steht, weil Sie mal einen Bordstein zu flott hochgefahren sind, ergibt sich auf einmal ein neues Ziel, ein neuer Output: Sie müssen die Spur des Autos richten lassen.
Der Input-Virus sorgt also nicht nur dafür, dass wir unglaublich beschäftigt sind. Er sorgt auch noch dafür, dass wir viel zu viel an den falschen Lösungen arbeiten.
Gezielt auf die Überholspur
So schnell die heutige Zeit auch sein mag, Unternehmen und ihre Mitarbeiter könnten sich meiner Ansicht nach viel Input und Energie sparen, indem sie zunächst einmal die Handbremse anziehen.
Denn wenn ein Problem auftaucht, dann können Sie nur sinnvolle Lösungsansätze finden, wenn Sie es zunächst analysieren und diagnostizieren. Was genau ist wirklich unser Problem? Wie ist es dazu gekommen? Wodurch zeigt sich das Problem genau? Wenn es in einem Unternehmen zum Beispiel auffallend viele Überstunden gibt, wird gerne über die „unfähigen Mitarbeiter“ geschimpft. Aber vielleicht vergeuden sie nur deswegen sinnlos viel Zeit am Schreibtisch, weil die Führungskräfte am Monatsende nur auf die im Büro verbrachten Stunden schauen statt auf die produzierten Ergebnisse?
Eine solche ausführliche Diagnostik erfordert Zeit, keine Frage. Es ist ein anstrengender und manchmal nerviger Prozess, ein Problem von allen Seiten zu beleuchten. Doch dieser vermeintliche Umweg wird zu Ihrer Überholspur. Denn wenn Sie das Problem klar diagnostiziert und ein eindeutiges Ziel definiert haben, können Sie nach der besten Lösung suchen, um dorthin zu kommen. Einer Lösung, die dann wirklich wirkt und eine Abkürzung bietet.
Es gibt immer eine Abkürzung nach Rom
Sowohl in meinen Projekten als auch in meinem Büro und sogar privat habe ich es mir deshalb zur Maxime gemacht: Bevor ich in blinden Aktionismus verfalle, definiere ich den Output, den ich erzielen möchte.
Denn viele Wege führen nach Rom. Und es gibt immer eine Abkürzung. Manche Wege sind schneller, andere günstiger und wieder andere einfacher. Ich wähle dann den geeignetsten aus und konzentriere mich darauf, auf dieser Abkürzung Strecke zu machen. Ergebnisse zu produzieren. Keine Zeit mit unnötigen Aufgaben und unproduktivem Input zu vergeuden. Und bin damit abends früher und erfolgreicher aus dem Büro als so mancher höchst „beschäftigte“ Schreibtischbewohner.
So wird aus dem vermeintlichen Umweg des Nachdenkens die wahre Überholspur.
In den Fängen der Mittelmäßigkeit
„Wir müssen uns von der Konkurrenz abheben. Durch Leistung, durch Qualität …“ Das hört sich hervorragend an, liebe Unternehmen. Jedoch ...
„Wir müssen uns von der Konkurrenz abheben. Durch Leistung, durch Qualität …“ Das hört sich hervorragend an, liebe Unternehmen.
Jedoch frage ich mich zunehmend: Wo ist diese Qualität geblieben?
>> Weiterlesen in meinem Gastbeitrag in der Huffington Post
WORUM ES GEHT
Lassen Sie uns das Stärkste unternehmen, was uns möglich ist: Gegenwart machen. Um beruflich wie privat wirkungsvoll zu sein und ein erfülltes Leben zu führen. Im Blog finden Sie dazu geistige Reibungsfläche. Viel Freude beim Lesen.
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